14 October 2026

Selbstverantwortung. Ein grosses Wort für Menschen, die lieber die anderen verändern würden.


Oder warum ein erwachsenes Leben noch lange kein bewusstes Leben ist.


Wir reden gerne von Eigenverantwortung. Ein schönes Wort. Klingt erwachsen, vernünftig und ausgesprochen gesellschaftsfähig. Wir gehen arbeiten, bezahlen unsere Rechnungen, erledigen unsere Pflichten und halten uns für selbstständig. Und wenn wir dann noch regelmässig unsere Steuererklärung ausfüllen, haben wir uns den Titel «eigenverantwortlicher Mensch» vermutlich redlich verdient.

Gratuliere!

Aber was geschieht eigentlich hinter dieser ordentlich organisierten Fassade? Wer übernimmt die Verantwortung für unsere Gedanken, unsere Emotionen, unsere Verletzungen und die unbewussten Muster, die uns seit Jahren begleiten? Und weshalb begegnen uns immer wieder dieselben Probleme, nur mit anderen Gesichtern?


Eigenverantwortung ist nicht dasselbe wie Selbstverantwortung


 Wenn wir jüngere und ältere Generationen nach Eigenverantwortung fragen, zeigen sich unterschiedliche Schwerpunkte. Die einen sprechen von Freiheit, Selbstverwirklichung, persönlichen Grenzen und psychischem Wohlbefinden. Die anderen betonen Pflichten, Durchhaltevermögen, Verlässlichkeit und finanzielle Unabhängigkeit. Beides hat seine Berechtigung. Und selbstverständlich gibt es Menschen jeder Generation, die ganz anders denken.

Doch etwas fällt auf: Häufig beschäftigen wir uns damit, wie wir unser Leben organisieren, und erstaunlich wenig damit, weshalb wir es auf eine bestimmte Weise leben. Wir können beruflich erfolgreich sein und gleichzeitig emotional in denselben Mustern feststecken wie vor zwanzig Jahren.

Wir können klare Grenzen fordern und trotzdem nicht erkennen, weshalb wir sie selbst immer wieder überschreiten lassen. Wir können anderen erklären, wie sie sich verhalten sollten, ohne auch nur einmal ernsthaft zu hinterfragen, was unser eigenes Verhalten mit der Situation zu tun hat.

Eigenverantwortung sorgt dafür, dass wir unser Leben führen.

Selbstverantwortung fordert uns auf, uns selbst kennenzulernen.

Und das ist gelegentlich wesentlich unbequemer als eine Steuererklärung.


Dein Unterbewusstsein hat keine Generalvollmacht!


 «Ich kann nichts dafür, das mache ich unbewusst.» Ein bemerkenswerter Satz. Denn damit haben wir gerade einen Teil unserer Verantwortung an etwas abgegeben, das wir angeblich nicht kennen.

Natürlich handeln wir nicht immer bewusst. Wir reagieren aus Erfahrungen, Prägungen, Gewohnheiten und alten Verletzungen. Aber bedeutet das, dass wir daran nichts verändern können?


In meiner Arbeit gehe ich noch einen Schritt weiter. Ich betrachte den Menschen nicht nur auf der bewussten, sondern auch auf der energetischen Ebene. Nehmen wir beispielsweise einen Menschen, der nach meinem energetischen Verständnis unbewusst Lebensenergie bei anderen bezieht. Er tut dies nicht unbedingt mit böser Absicht. Häufig erkennt er seinen eigenen Mechanismus überhaupt nicht.

Genau an diesem Punkt beginnt für mich Selbstverantwortung. Nicht mit einer Schuldzuweisung, sondern mit der Frage:

Warum finde ich keinen ausreichenden Zugang zu meiner eigenen Lebensenergie? Und was kann ich daran verändern? Das Unbewusste zu erkennen, bedeutet nicht, sich dafür zu verurteilen. Es bedeutet, neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.


Und wenn wir unsere Erfahrungen selbst gewählt haben?


 In meinem Buch «Per Anhalter in die 5. Dimension – Spiritualität neu gedacht» beschäftige ich mich im Kapitel «Wer ist ICH» mit einer Frage, die unser gewohntes Weltbild ziemlich durcheinanderbringen kann.

Was, wenn wir uns die Erfahrungen unseres Lebens auf einer tieferen Ebene selbst ausgesucht haben? Das ist meine spirituelle Grundhaltung. Ich erwarte nicht, dass jeder Mensch sie teilt. Aber betrachten wir das Leben einmal aus dieser Perspektive.

Ein Mensch begegnet mir, verletzt mich, enttäuscht mich oder bringt mich an meine Grenzen. Natürlich bleibt dieser Mensch für sein eigenes Verhalten verantwortlich. Doch was zeigt mir diese Begegnung über mich?

  • Wo stehe ich?
  • Welche Verletzungen werden berührt?
  • Welche Muster wiederholen sich?
  • Und weshalb reagiere ich genau so, wie ich reagiere?

Wenn wir den Blickwinkel ändern, verändert sich auch unsere Beziehung zu den Konsequenzen. Wir sind nicht mehr ausschliesslich damit beschäftigt, was andere uns angetan haben. Wir beginnen zu erkennen, was wir selbst verändern können.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass wir Schuld an Gewalt, Übergriffen oder dem Fehlverhalten anderer tragen. Es bedeutet, dass wir uns die Möglichkeit zurückholen, unseren eigenen weiteren Weg zu gestalten.


Wie oft wollen wir denselben Schmerz noch erleben?


 Eine unangenehme Frage, ich weiss. Aber haben wir nicht alle schon einmal festgestellt, dass wir bestimmte Erfahrungen erstaunlich zuverlässig wiederholen? Andere Menschen, andere Orte, andere Umstände. Und trotzdem kommt uns das Ergebnis verdächtig bekannt vor.

Irgendwann dürfen wir uns fragen, ob wir tatsächlich immer nur Pech haben. Oder ob etwas in uns noch nicht erkannt wurde. Und jetzt kommt der entscheidende Moment.


Wir haben eine Wahl. Genau DU, dich meine ich, ja.


Wir können beginnen, unsere Verletzungen zu bearbeiten und neue Wege zu gehen. Oder wir bleiben aus Angst, Gewohnheit, Bindung oder anderen Gründen in einem vertrauten Muster. Nicht jeder Mensch kann diesen Schritt sofort gehen. Manchmal braucht es Zeit, Sicherheit und Unterstützung.

Doch sobald eine neue Möglichkeit erkennbar wird, beginnt die Selbstverantwortung eine ganz praktische Bedeutung zu bekommen. Denn Erkenntnis allein verändert noch keinen Alltag.


Bewusstsein ist keine Theorie. Es will trainiert werden.


 In meiner Praxis arbeite ich mit energetischen Messmethoden, körperlichen und energetischen Techniken. Dabei geht es darum, Themen zu erkennen, nach meinem Arbeitsmodell gezielt auszuleiten und Veränderungen bewusst wahrzunehmen.

Während meiner bisherigen Begleitungen berichten Klientinnen und Klienten häufig von Ruhe, Erleichterung und körperlich spürbaren Veränderungen. Das sind persönliche Erfahrungen innerhalb meiner Arbeit.

  • Was mich besonders interessiert, ist der Moment danach:
  • Wie fühlt sich der Mensch jetzt?
  • Was hat sich in seiner Wahrnehmung verändert?
  • Was geschieht, wenn er wieder in seinen Alltag zurückkehrt?


Denn dort warten möglicherweise dieselben Menschen, dieselben Situationen und dieselben unbewussten Muster. Die Welt hat nicht unbedingt beschlossen, sich gemeinsam mit uns zu verändern. Sie hat meistens nicht einmal bemerkt, dass wir gerade einen grossen inneren Schritt gemacht haben. Und genau deshalb reicht es nicht, einmal etwas zu erkennen.

Wir müssen lernen, bewusst mit uns selbst umzugehen. Uns immer wieder wahrzunehmen, in Verbindung mit unserem Körper und unserem Herzen zu kommen und unseren gewünschten inneren Zustand eigenständig zu unterstützen.

Nicht alles lässt sich kognitiv erklären. Nicht jede Veränderung beginnt im Kopf. Die Aufgabe ist zu erfahren, bevor wir verstehen. Für mich bedeutet das: Bewusstsein wird trainiert.


Wenn du mich nicht mehr brauchst, habe ich meine Arbeit gut gemacht.


 Damit komme ich zu einem Punkt, der mir besonders wichtig ist. Ich möchte keine Menschen, die ein Leben lang von meinen Terminen abhängig bleiben. Ich möchte Menschen, die lernen, ihre eigenen Prozesse zu erkennen und selbstständig weiterzugehen. Deshalb vermittle ich in meinen Kursen der Donia Akademie nicht nur Wissen, sondern auch die Werkzeuge meiner Arbeitsweise.

Die Teilnehmenden lernen, mit einer Messmethode umzugehen, körperliche und energetische Techniken anzuwenden und ihre persönliche Entwicklung eigenständig fortzusetzen. Selbstverständlich ersetzt das keine notwendige medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Aber innerhalb meiner Arbeit ist die Richtung klar.

Ich möchte Menschen nicht an mich binden. Ich möchte sie befähigen. Denn was wäre das für eine Selbstverantwortung, wenn ich für jeden weiteren Schritt wieder jemanden bräuchte, der mir sagt, was in mir vorgeht?


Die eigentliche Frage


 Vielleicht sollten wir aufhören, ausschliesslich darüber zu diskutieren, wer in unserer Gesellschaft mehr Eigenverantwortung übernimmt. Die Jungen? Die Alten? Die Berufstätigen? Diejenigen, die alles alleine schaffen?


Es ist Zeit, eine andere Frage zu stellen:

Wie viel Verantwortung übernehmen wir eigentlich für das, was in uns selbst geschieht?


Nicht nur für unsere Entscheidungen. Sondern auch für die Muster, die sie beeinflussen. Nicht nur für unser Verhalten. Sondern auch für die Bereitschaft, es zu hinterfragen. Nicht nur für unsere Erkenntnisse. Sondern auch dafür, was wir anschliessend damit anfangen.

Denn Selbstverantwortung ist für mich kein Zustand, den man irgendwann erreicht und anschliessend stolz an die Wand hängen kann. Sie ist ein Weg, den wir täglich neu gehen.



Bewusstsein bringt Energie in Fluss. 🌿

© Chantal Donia Houcke - Die Zürcher Stadtdruidin