30 August 2026

Kolumne 9# - Ich entscheide und du


WAS ENTSCHEIDUNGEN MIT INNEREM FRIEDEN ZU TUN HABEN.


Viele Menschen und viele Gespräche in diesen Tagen. Die nette Frau beim Bäcker, die immer sehr hilfreichen Mitarbeiter im Coop, ein kurzes, charmantes Gespräch mit einer aufgeweckten jungen Frau, während wir auf unsere Falafel warten …

Es ist Wochenende, ich blicke aus dem Fenster, Milou liegt ruhig im Wohnzimmer. Wo ist die Gemeinsamkeit, wo der Faden? Was ist das Thema? Es liegt da vor meiner Nase … ich suche.

Es wird schon wieder früh dunkel. Ich sitze am offenen Fenster, heute ganz in mich gekehrt und grübelnd. Manchmal hilft es, durch die Wohnung zu laufen, sich noch einmal abzulenken, um neu zu fokussieren.

...

Entscheidung! Das hat sich die ganze Zeit durch alle Gespräche gezogen, in verschiedenen Formen und Stadien!

Eines habe ich gelernt. Es handelt sich nicht um eine rein gedachte Entscheidung, es ist die gefühlte. Was gedacht ist, wirkt nur wie ein Placebo, also reine Glückssache … Es muss aus einem herauswachsen. Erst wenn der Kopf und das Herz im selben Rhythmus schwingen und beide dasselbe wollen, können wir umsetzen. Und es macht uns auch keine Mühe mehr.

In meinem eigenen Leben hat es eine Weile gedauert, bis die Tragweite von Entscheidungen ganz durchgerieselt ist. Da ich gelernt habe, ‘brav’ zu sein, was übrigens nie ganz funktioniert hat, musste ich erst ein paar Umwege machen. Irgendwann war es klar. Ich entscheide, ganz allein. Und wenn ich entschieden habe, folgt die Energie der inneren ‘gefühlten’ Haltung.

Die Entwicklung der aktuellen Zeit schreitet schnell voran, scheint es mir. Die Informationen überschlagen sich, auf den Kanälen, in den Medien … Oje … Und doch, ich habe entschieden. Ich habe mich für mich, meine Unabhängigkeit und meinen Frieden entschieden.

Entscheidungen entstehen allein, und wenn viele in dieselbe Richtung denken und entscheiden, dann auch im Kollektiv. Das Ergebnis sehen wir. Die Frage, die aktuell wie ein Elefant im Raum steht, ist: Bin ich zufrieden mit dem, worin ich stecke, lebe, lerne, bin …? Ist es das, was ich mir vorgestellt habe?

Ich blicke in mein eigenes Leben zurück und sehe nur noch die grossen Weggabelungen. Ah, dort war es mal schwierig, falsche Entscheidung, aber na ja, es war sehr lehrreich, also nicht falsch … hmmm … Dort, sehr gut entschieden, es hat mich auf direktem Weg hierhergebracht.

Zufriedenheit macht sich breit, innere Ruhe. Es sind all die Momente des Ankommens, die mir durch den Blick nach hinten erlaubt haben, wahrzunehmen, was schon alles geschafft ist.

Da war mal eine Phase: Und wieder wurde entschieden, von anderen natürlich. Ich sah mich damals wohl eher als Entscheidungsnehmer. Aha, ihr wisst, was gut ist? Oke. Mein Blick geht tiefer.

Unzufriedenheit war immer da, ich erinnere mich gut. Gefolgt von Genervtsein. Ich mochte mich und meine Umgebung nicht wirklich. Zeigte mich halsstarrig und besserwisserisch. Mein Körper reagierte. Erst waren es nur Allergien oder Unverträglichkeiten. Später auch längere Krankheiten. Natürlich immer Dinge, bei denen Ärzte ein wenig ratlos waren …

Was auch immer es war, das den Weg in mein Inneres fand, ich verstand endlich: Ich kann zu jedem Zeitpunkt ALLES ändern. In mir wie auch um mich. Dann habe ich endlich die Zügel gefunden und selbst in die Hand genommen. Die Entscheidung war erst fokussiert und kam dann aus meinem Innersten … sehr spannend.

Warum nicht so von Anfang an? Na ja, danach ist man immer schlauer …

Der rote Faden, der sich durch alle Gespräche zog, ist jetzt leuchtend sichtbar. In jedem Gespräch konnte ich eine Entscheidung wahrnehmen oder einen Menschen vor mir sehen, der vielleicht auch nur die Information brauchte, frei aus sich heraus eine Entscheidung treffen zu können.


Wann immer man das ‘möchte’ … wohlbemerkt.

Die Energie folgt der Entscheidung.

Mein Gefühl sagt mir, dass sich diese Energie, die gerade durch das Kollektiv weht, verstärken wird. Mehr und mehr Menschen werden sich wahrscheinlich anstecken lassen von dieser neu entdeckten Freiheit der Entscheidung.

Ich blicke noch einmal zurück. Da war diese Phase … die hat lange gedauert. Es ging mir nicht gut. Warum habe ich so lange gebraucht? Hoffnung, dass es besser wird? Die anderen sollten sich bessern? Soso … Ich brauchte dringend den Lohn. Aha …

…

Und aus meinem jetzigen Blickwinkel? Ich war wohl noch nicht bereit, die wichtigste Entscheidung meines Lebens zu fällen. Es ging schliesslich darum, Glück und Frieden zu finden, in mir.

Umwege machen reicher im Geist.


Und damit bleibt für diese Woche eine Frage:

Könnte es sein, dass du deine Entscheidung längst gedacht hast oder tief in dir bereits weisst, was du möchtest, sie aber noch nicht ganz in dir angenommen hast?


Bewusstsein bringt Energie in Fluss.


Impulse der Stadtdruidin

Kolumne #9 - August 2026

© Chantal Donia Houcke | chantal-donia.ch