manche Gedanken möchten nicht diskutiert werden. Sie möchten geschrieben werden.
Diese Briefe sind nie abgeschickt worden. Vielleicht waren sie an eine Freundin gerichtet.
Vielleicht an mich selbst. Vielleicht erkennst du dich darin wieder.
Brief #1
Juli 2026
Liebe beste Freundin
Es ist schon eine Weile her, dass wir ein intensives
Gespräch miteinander geführt haben. Die Frage, die mich beschäftigt ist, wie
sage ich es meiner ‘Bestie’…?
Das Beste, was mir passieren konnte, ist dich zur
Freundin zu haben. Du hörst mir zu und bist da, wann immer ich dich brauche.
Warum wende ich mich in dieser Form an dich, wirst du
dich wahrscheinlich fragen. Weil ich als Freundin verpflichtet bin dich zu
spiegeln.
Ich sehe, dass du dich immer wieder in Schwierigkeiten
bringst. Immer wieder verlierst du den Glauben an dich und in deine Kraft. Du
verlierst deine Kraft und deinen Glauben daran, dich selbst heilen zu können.
Die Welt erscheint dir Böse und als Konsequenz versuchst
du deinen Tagüber den Kopf gesteuert zu kontrollieren, was dir leider nur
mässig gelingt.
Ich hätte da eine Idee…Versuche mal dein Herz mit deinem
Kopf in dieselbe Schwingung zu bringen. Lege deine Hand auf dein Herz und
spüre, was es dir sagt.
Denn, solange du der Meinung bist, dass irgendjemand dir
etwas schuldet (kommt von schuldig sein). Oder du das Bedürfnis hast (kommt von
Be-dürf-tig) jemanden in deine Realität zu ziehen, wirst du nie
wirklich frei sein.
Der ewige Drei-Eck-Sprung zwischen:Opfer-Täter-Helfer
hört einfach nicht auf. Die Dualität raubt dir die Kraft um echte Gefühle zu
empfinden.
Darum meine Liebe, ist es mir wichtig dir mitzuteilen,
dass ich dich gerne wieder lachen und beschwingt sehen möchte.
Denn solange ich meine beste Freundin bin die in totaler
Ehrlichkeit mit sich umgeht, wird es auch einen Weg der Entwicklung geben.
Brief #2
Juli 2026
Was Stadtdruiden sich so notieren…
Es ist wahrlich erstaunlich, was so mancher Mensch unter
Spiritualität versteht…
Kann es sein, dass wir aus uns heraus, aus einer Kultur,
die vergessen hat, wer sie ist und was sie hier macht, Spiritualität und
geistiges Verständnis
in einem falschen Licht sehen? Wenn dann das Wort ‘Spiritualität’ richtig
gewählt ist.
Aus meiner Sicht ging es nie darum zu erleuchten, oder
irgendwo hinzuwachsen oder darum in den nächsten Level zu kommen. Im Grunde
geht es immer nur darum das bessere ich zu werden und somit die Gemeinschaft zu
stabilisieren.
Konflikte sollen gelöst werden. Krankheiten und
Beschwerden gelindert unter anderem durch Präsenz & Aufmerksamkeit eine
Veränderung der Schwingung herbeigeführt.
…
Wir sind hier, um zu beraten und zu vermitteln. Dies
zwischen den Menschen wie auch den Menschen und den Ebenen die noch nicht allen
zugänglich sind.
Balance ist alles, das Kollektiv hier unser Zuhause und
unsere Welt. Das Füttern von Ego durch ständige Optimierung ist hier fehl am
Platz. Das Ego darf aufgelöst werden. Wir dürfen sein oder wieder lernen zu
sein, was wir schon immer waren…
Brief #3
Juli 2026
Meine liebste beste Freundin
Wir reden, wir denken, wir entwickeln wir verstehen uns.
Und trotz allem Entwickeln gab es da ein Thema das mich sehr traurig machte…
Ja, mit unserer Mentalität ist es schwierig sich dem
Vertrauen hinzugeben. UND ja es ist einfach sich der Kontrolle, den Ängsten und
somit einem Lebensweg hinzugeben, der uns am Ende unseres Weges in ein Pflege-
oder Altersheim führt. Es fühlt sich an, wie ausgemustert und abgelegt, oft
vollgepumpt mit Medikamenten. Dieses System erscheint mir eher als Vollbringer
eines Weges denn als dessen Retter.
Was denkst du was wir hören, wenn wir mit diesen Menschen
reden? Sie sind allein und viele frustriert. Besonders die letzten 6 Jahre
haben es allen noch schwerer gemacht…
Es gibt keine Finger, die auf jemanden zeigen. Es gibt
nur die Einsicht oder die Erkenntnis, dass alles ein Ergebnis von
Entscheidungen ist.
Die Entscheidung, dass Geld wichtiger ist. Die
Entscheidung, dass die Zeit, der Job, das Gesellschaftliche Ansehen wichtiger
sind. Schliesslich soll es den Kindern einmal besser gehen, nicht war?
Und war da nicht der eine kleine Moment? Die kleine leise
Stimme tief in uns, die flüsterte: Da sind eine Frau oder ein Mann, Eltern,
Kinder die mein Dasein, meine Präsenz benötigen um genau die Menschen zu
werden, von denen ich mir immer wünschte sie werden es?
Es ist nicht das Geld oder der Job oder das Ansehen, dass
sie dazu macht. Es ist meine Präsenz, mein Vorleben und meine innere Haltung,
die genau das erreichen.
Diese Frage bleibt offen: Wenn du heute noch einmal
entscheiden könntest, würdest du der Angst folgen oder dem Vertrauen…?
Brief #4
Juli 2026
Vielleicht …
sind wir Menschen gar nicht so kompliziert, wie wir glauben oder wie man uns
weisgemacht hat? Vielleicht vergessen wir einfach zu oft, stehen zu bleiben,
durchzuatmen und uns neu zu orientieren.
Neulich sass ich in einem Café und beobachtete die Menschen. Jeder hatte
irgendwohin zu gehen. Jeder hatte etwas zu erledigen. Und doch schien kaum
jemand dort anzukommen, wo er gerade war. Da fragte ich mich, wann wir
eigentlich damit begonnen haben, das Leben nur noch zwischen zwei Terminen
stattfinden zu lassen.
Milou kennt dieses Problem nicht.
Er bleibt stehen, wenn ihn ein Geruch interessiert. Er schaut, wenn ihn etwas bewegt.
Er scheint nicht zu wissen, dass Eile heute als Tugend gilt. Wobei … inzwischen
befindet er sich auch in seinem fünfzehnten Lebensjahr.
Vielleicht liegt genau darin der Unterschied zwischen ihm und mir.
Wir Menschen haben gelernt, die Zeit einzuteilen und unser Leben vollständig nach
ihr auszurichten. Die Natur hingegen scheint die Zeit nicht einzuteilen. Sie erlebt sie.
Ich glaube, wir sind nicht nur deshalb müde, weil wir zu viel arbeiten. Ich denke wir
sind auch müde, weil wir zu selten wirklich dort sind, wo sich unser Körper gerade
befindet.
Das Leben wartet nicht auf uns. Wir aber warten ständig auf das Leben. Wahrscheinlich
läuft es die ganze Zeit neben uns her und hofft nur darauf, dass wir es irgendwann bemerken.
PS: Wann wurde aus der Zeit eigentlich ein Herrscher?
Bewusstsein bringt Energie in Fluss.